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Vor Ort bei Bungie: Erster Blick auf Destiny

17. Februar 2013 Keine Kommentare

Stell dir vor, du investierst drei Tage Deines Lebens. Du tust das gerne, denn du darfst einen der profiliertesten Videospiel-Entwickler unserer Zeit besuchen: Bungie. Du jettest voller Vorfreude nach Seattle zum Ort der Entstehung, um den neuen großen Ego-Shooter des Erfinders der „Halo“-Reihe kennen zu lernen: „Destiny“. 

Ja, ich habe mich auf diese Pressereise gefreut. Bungie.

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Destiny. Schön! Ich unterstelle, das es den rund 40 bis 50 Journalisten genauso ging, die auf Einladung von Activision und Bungie mit mir gemeinsam aus Europa kommend in die USA geflogen wurden. 

Vor Ort habe ich mich voller Zuversicht in das Auditorium begeben – ein kleines Kino innerhalb von Bungies Entwicklungs-Studio. Zwei Stunden waren für die Präsentation von „Destiny“ vorgehen. Viele Beteiligte aus dem Entwicklungs-Team kamen auf die Bühne. Sie erzählten von ihren Pläne und Vorhaben. Weshalb man nach „Halo“ erneut auf Science Fiction setzt (weilman´s kann). Weshalb man einen bunten Grafikstil bevorzugt (weil´s positive Gefühle erzeugt). 


Die Bungie-Leute nutzen die Zeit gut. Sie erklären viel und erzeugen in mancher Hinsicht überzeugendes Kopfkino. Man präsentiert uns Skizzen und Renderbilder, und eine 20 Sekunden lange Demonstration der Game-Engine. Fein. 

Aber dann sind die zwei Stunden vorüber. Wir werden verabschiedet. Dabei sind noch viele Basis-Frdestiny_3fallenagen offen. Ich bekomme keinerlei Eindruck vermittelt, wie sich „Destiny“ anfühlen soll. Schnell oder langsam, forsch oder taktisch? Ich mag es kaum glauben: Aber wir werden gegangen, ohne auch nur eine Sekunde aus dem Spiel zu sehen. Muss an ein paar Sätze zurück denken, die einer der Vortragenden wenige Augenblicke zuvor fallen ließ. Er berichtete von den Herausforderungen, die sich durch die komplexe Netzwerk-Technologie ergeben. Bei „Destiny“ können sich Mitspieler jederzeit ein- und wieder ausklinken, auch während der Kampagne. Es wurde geschildert, wie Bungie Leute von der Straße holt, und wie man sie in einem 18 Plätze umfassenden Gametesting-Labor Platz nehmen lässt. Dort spielen die Probanden „Destiny“. Ihre Reaktionen werden zur Auswertung auf Video aufgenommen.

Nachträglich betrachtet empfinde ich diese Schilderung als etwas zynisch. Ich beneide die Leute von der Straße ein bisschen. Denn sie dürfen „Destiny“ spielen. Wir Gäste hier im Raum, wir haben eine Reise von drei bis vier Tagen auf uns genommen. Wir kriegen nicht einmal ein Gameplay-Video zu sehen. Und auch sonst könnte sich der Gastgeber interessierter an den Wünschen seiner Gäste zeigen. Die Frage-Antwort-Session ist viel zu kurz – ein schlechter Witz. Wurde mir nicht in einer Email vor Reiseantritt Interviews in kleiner Runde zugesichert? Sind gestrichen.

Ich hoffe auf intensivere Schilderungen bei Gesprächen im Rahmen des Abendessens. Leider bleiben wir Journalisten weitgehend unter uns. Seitens Bungie oder Activision lassen sich nur PR-Leute blicken, und jemand aus der Community-Abteilung. Aber warum ist niemand von der Entwicklungs-Front da? Ein richtiger Hardcore-Gamer, dem das Herz aufgeht, wenn er über seine Mitarbeit an „Destiny“ plaudert? Oder der durch seine Anwesenheit zumindest ein gewisses Interesse an seinen weit gereisten Gästen zeigt. Sind wir Journalisten aus Europa so egal?

Sei´s drum. Habe für T-Online trotz des eher enttäuschenden Pressebesuchs einen neutralen Bericht über „Destiny“ geschrieben. Geht morgen hier online. Hier schonmal ein paar Renderbilder. Screenshots rückt Bungie nämlich leider erst heraus, wenn es im PR-Zeitplan vorgehen ist. Technische Gründe lasse ich nicht gelten. Halte jede Wette, dass das Spiel schon ziemlich komplett ist.

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