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Silent Hill Downpour: Schöne Erinnerungen

15. März 2012 Keine Kommentare

Seit einiger Zeit dünne ich meine Sammlung an CDs, DVDs, Blurays und Spielen radikal aus. Es landet fast alles auf dem Flohmarkt oder bei Freunden, und vieles leider auch in der Mülltonne. Meine alte PC-Spiele versuche ich vergeblich in gute Hände zu geben. Die meisten nehmen PC-Stoff nichtmal geschenkt. 

Als Konami großartig
war: Axelay auf dem Super
Nintendo, 1992.
(Bild: Mobygames)

In meiner Obhut bleiben nur ganz wenige Lieblinge. Unbezahlbare Schätze, zum Beispiel der Prototyp einer Mega-Drive-Platine von „Micro Machines“, oder das handsignierte „Gran Turismo“. Plus einige Übergames, sprich „Windwaker“, „Super Metroid“, „Castlevania Bloodlines“, „Axelay“, „Parodius“ und „Super Probotector“. Solche Kaliber eben.



Als Konami unschlagbar
war: Castlevania Bloodlines
auf dem Mega Drive, 1994.
(Bild: Mobygames)





Hat´s jemand gemerkt? Vier Produktionen aus der Liste eben sind von einem einzigen Hersteller initiiert: Konami Corporation. Meine Güte, waren die Japaner gut, Anfang bis Mitte der 90er-Jahre. Egal was sie auf dem Super Nintendo oder Mega Drive hervorgebracht haben, es war unschlagbar. Unfehlbar. Stand zwei Köpfe über allem anderen. Jedes Spiel ein Knaller. Wie alle anderen japanischen Hersteller, hatte Konami dann nach Erscheinen der ersten Playstation mit den Tücken der 3D-Grafik zu kämpfen. Die Software-Qualität ließ deutlich nach. Das erste „Silent Hill“ von 1991 und mehr „Silent Hill 2″ auf der Playstation 2 waren aber nochmal wahre Höhepunkte.


Das erste Silent Hill von 1999: Toller Schocker!
(Bild: Mobygames)

Speziell mit Teil Zwei verbinde ich ganz große Gefühle. Meine Güte, Silent Hill hat mir echt die Nerven gekitzelt. Eine tote Stadt. Der Nebel scheint etwas zu verbergen. Und plötzlich beginnt das Taschenradio zu kreischen… ich kenne nur wenige Produktionen, die vergleichbar gekonnt mit Angstgefühlen arbeiten. Das unterschätzte „Undying“ vielleicht, oder „Dead Space“ und „Half-Life“ an manchen Stellen. Aber sonst? 

Mein letzte Begegnung mit der „Silent Hill“-Reihe muss irgendwann Mitte 2008 passiert sein: „Homecoming“ auf der Xbox 360, Test für das 360-Live-Magazin. Fand´s besser als von so manchem Journalisten-Kollegen geschrieben – allerdings bin an den Test mit dem Herzen eines Menschen herangegangen, der die Reihe liebt und jedem ihrer Kinder gewisse Schwächen verzeiht. Meine Güte, wenn mich jemand in eine Filmdiskussion verwickelt, verteidige ich sogar Christophe Gans´ Leinwandversion von „Silent Hill“. Aber es stimmt schon, eine Offenbarung war „Homecoming“ natürlich nicht.

Für mich das beste Silent Hill: Teil Zwei, 2001.
Weil Atmosphäre aus allen Poren schwitzt, und
weil´s so menschlich wirkt. (Bild: Mobygames) 


Und wenn ich meine Kollegin Sabine Schischka richtig verstehe, gilt dasselbe für das neue „Downpour“. Ein Spiel mit gutem Kern, aber handwerklich daneben. Sabine hat einen hübschen Text darüber geschrieben. Der ist auf T-Online zu finden, nur einen lässigen Klick entfernt. Ich selbst habe „Downpour“ bisher nicht angefasst. Die Pressebilder lösen wenig Drang in mir aus, diesen Zustand zu ändern. Ich belasse es daher vorerst beim Hinweis auf Sabines Besprechung. Die beste Zeit hat Konami offenbar hinter sich – oder vielleicht wieder vor sich. Das wäre schön. 

Was Sabine mag

Die neue Story um Murphy Pendleton fasziniert seit vielen Ablegern von „Silent Hill“ endlich mal wieder richtig. Der schmächtige Typ verkörpert Schwäche und Angreifbarkeit – seine Angst überträgt sich innerhalb weniger Minuten auf den Spieler. Auch an Rätsel haben die Entwickler gedacht, deren Kniffligkeit sich sogar unabhängig vom restlichen Schwierigkeitsgrad des Spiels anpassen lässt.
                       
Und was weniger
Zweimal Bilder aus Downpour…

Technisch haben’s die Tschechen von Vatra Games wahrlich nicht drauf. „Downpour“ scheint irgendwo auf dem Niveau von 2009 stehen geblieben zu sein – auch wenn Regen- und Wassereffekte durchaus beeindrucken. Dem gegenüber stehen zahlreiche Ruckler, Bildrateneinbrüche, unsichtbare Hindernisse und steife Gesichter.

Fazit
Seit den letzten, eher katastrophalen Preview-Versionen von „Downpour“ hat Vatra Games das Ruder tatsächlich noch einmal herumreißen können. Das hier ist trotz technischer Mängel das beste „Silent Hill“ seit Jahren. Oh, diese stille Bedrohlichkeit…

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