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Ridge Racer Unbounded: Das drift nich´ ins Herz…

6. April 2012 1 Kommentar

Ist´s Project Gotham Racing? Vielleicht Need for Speed? 
Nein, es ist das neue Ridge Racer! (Quelle: Namco-Bandai)




Der eine oder andere hat´s vielleicht mitbekommen: Ich war ein Jahr lang im Ausland, und hatte während dieser Zeit kaum Kontakt zu Videospielen. Aber ich liebe Rennspiele nach wie vor, und habe mich sehr auf ein neues „Ridge Racer“ gefreut. Nun sind Erwartungen Fluch und Segen zugleich. Einerseits schüren sie Vorfreude und lösen herrliche Diskussionen aus. Andererseits kehrt sich das Fieber manchmal in Enttäuschung um. Das passiert, wenn das Produkt der Begierde beim hautnahen Kontakt einen ganz anderen Charakter offenbart als erhofft. 

Der Editor: Streckenbau so simpel
wie bei einer Carrerabahn.
 
Der neueste Teil aus Namcos „Ridge Racer“-Reihe ist so ein Fall. Der Name weckt Wünsche, die das Gameplay nicht erfüllt. Ich sag´s wie´s ist: „Unbounded“ betreibt Etikettenschwindel. Seit Erscheinen des Spielautomaten „Ridge Racer“ im Jahr 1993 und seit der legendären Umsetzung für die PSOne sind meine Synapsen – und bestimmt auch die vieler anderer Rennspiel-Liebhaber – fest verdrahtet: „Ridge Racer“ ist fröhlich und übertrieben, schnell und japanisch. „Unbounded“ ist nichts davon. Es ist auch nicht mehr der Drift-Nervenkitzel, der die Reihe so besonders macht. Das Spiel wiederkäut den Genrestandard der letzten Jahre. Fühlt sich an wie „Need for Speed“ oder „Split / Second“. Das feine Balancehalten in der Kurve, das  Wedeln von links nach rechts: Das ist auch diesmal möglich, aber wirkt zu unkontrollierbar und letztlich entbehrlich. In der Praxis ist das eher realitätsnahe Anschneiden einer Kurve der schnellere Weg. 

Das Original von 1993. Nicht 
schön, aber immer noch 
sehr spielbar.
(Quelle: Mobygames)

Mir fehlen die kleinen Dinge, die Asien-Exotik, das „Galaga“-Bonusspiel, das sexy Flaggengirl Reiko Nagase. Wenn „Unbounded“ wenigstens einen interessanten Alternativ-Ansatz verfolgen, oder gute Ideen aus dem Serien-Ableger „R: Racing Evolution“ aufgreifen würde. Zugegeben, „Unbounded“ sieht spektakulär aus. Große Teile der Stadtautobahnen, Industriezonen und Randbezirke explodieren bei Fahrzeugkontakt, purzeln über den Bildschirm und versinken in Schutt und Asche. Sieht hübsch aus, aber kostet echt Performance. Das Effektfeuerwerk baut sich mit nur 30 Bildern pro Sekunde auf, manchmal weniger. Richtig fetzige Arcaderacer schaffen das 60-mal pro Sekunde. Diesen Unterschied kann ich sehen und spüren. Spiel mal eine Runde „Unbounded“, und danach „Burnout Paradise“, „Blur“ oder meinetwegen das original „Ridge Racer“von 1994. Ja klar sieht das heute hässlich aus. Aber es tanzt wie eine Ballerina, „Unbounded“ eher wie ein Bulldozer. 


Dass ich das mal in einem Ridge-Racer-Game
tun muss / darf: Cops rammen und Zeitboni
 sammeln. Als wär´n wir hier bei Burnout.  

Was ich mag

Prima, dass ich die vielen Wiederholungen und Zeitlupen während des Rennens abschalten kann. Der integrierte Strecken-Baukasten ist leicht zu bedienen. 

Und was weniger
Doofes Intro, halbherzige Lokalisierung mit englischer Sprecherin und deutschen Untertiteln. Die Ausstattung könnte besser sein: Zum Beispiel fehlt Splitscreen-Action für zwei Spieler. 



Fazit
Trotz aller Macken hatte ich schon ich ein bisschen Spaß an den verschiedenen Wettbewerben. Cops-Rammen mit dem Truck, spitze! Aber richtig heiße Emotionen mögen sich nicht einstellen. Wenn ich im Lambo sitze und die Gerade runter vollstrecke, dann muss das glühen. Hier glüht´s zu wenig. Und die Geschwindigkeits-Anzeige passt dazu. 230 Sachen zeigt der Tacho, nach 30 Sekunden Tiefflug durch den schnurgeraden Tunnel – ja, sitz ich denn im Golf Tdi? Ich weiß von einigen Kollegen, die schätzen „Unbounded“ wegen seiner hübschen Grafik, wegen des Editors, und vielleicht gerade weil es sich genau wie andere Rennspiele anfühlt. 
Outrun Online Arcade. Schau, so stell ich ein
neues Ridge Racer vor: Driften bis der Gummi
weint. (Quelle: Moby Games)

Ich hätte mir mehr Eigenständigkeit, mehr Eleganz, und wenigstens ein paar Überraschungen gewünscht. Krieg ich nicht, also fahr ich lieber woanders. Vielleicht lad´ ich mir „Outrun“ auf die Xbox… ? 

Soweit die Kurzfassung. Wer die Komplettversion meines Text lesen mag, dem darf ich einen Besuch auf T-Online nahelegen, oder einen Blick in die April-Ausgaben der Magazine 360 Live und PS3M
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  • Das Problem an RRU ist: Es ist weder Fisch, noch Fleisch! Weder Burnout noch Ridge Racer, weder Fun-Racer noch Core-Racer, weder optisch realistisch noch comichaft, weder gut noch schlecht. Es sizt zwischen den Stühlen, hat kein Profil – und deswegen habe ich es ziemlich schnell wieder aus der Konsole genommen.

    Schade.

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