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Metal Gear Solid HD: Großes Kino, kleiner Preis

7. Februar 2012 Keine Kommentare




Auch Videospiele erzählen manchmal große Geschichten. Eine der komplexeren Handlungen steckt hinter der „Metal Gear“-Reihe. Mit ihr erschuf der Japaner Hideo Kojima ein militärisch geprägtes Universum aus Krieg, Verrat und Verschwörung. Und dass schon 1987. Hab übrigens neulich erst mitbekommen, dass Konami die Original-Fassungen für MSX- und NES-Systeme drei Jahre später für meinen Commodore 64 umgesetzt hat. Werd ich mir bei Gelegenheit anschauen. Allzu eilige isses vermutlich nicht, nachdem ich Konamis C64-Version von „Castlevania“ nach zehn Minuten aus´m Emulator geschmissen habe. Meine Güte, was für eine lausige 8-Bit-Knechtung! 

Jedenfalls, zurück zu „Metal Gear“ bzw. der modernisierten Variante „Metal Gear Solid“. Also, Träger des Ganzen sind Figuren, einprägsamer und vielschichtiger als in so manchem Kinofilm. Sagen die Fans. Ich find´s seit jeher ein bisschen zu langatmig und melodramatisch erzählt. Wie das japanische Gamedesigner eben gerne machen. Aber wer sich selbst davon überzeugen mag, für den legt Konami ja jetzt die „Metal Gear Solid HD Collection“ auf. Der Name der Compilation suggeriert, es seien alle Schleichereien seit „Metal Gear Solid“ für die erste Playstation enthalten. Nur halt jetzt spielbar auf Playstation 3 und Xbox 360. Richtig? Falsch. 

So sieht der Opa von Solid Snake aus,
zumindest auf dem Commodore 64.
(Quelle: Mobygames)


Wer sich nun von der „HD Collection“ erhofft, er könne alle Erzählungen am Stück neu erleben, dem dreht Hersteller Konami eine lange Nase. Enthalten sind nämlich nur „Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty“, „Metal Gear Solid 3: Snake Eater“ und „Metal Gear Solid: Peace Walker“. Wo ist Teil Eins? Nirgendwo. Dennoch bieten die drei verbleibenden Spiele mehr Unterhaltung als so ziemlich jedes andere Stealth-Schleicherei. Die Grafik sieht grundsätzlich original aus, genau wie bei den anderen beiden Neuauflagen. Den Texturen muss man eine gewisse Detailarmut nachsehen, sie werden lediglich auf die Bildauflösungen aktueller HD-Fernseh-Systeme hochskaliert. Gestik, Mimik und Animation machen einen unveränderten Eindruck. Dabei weiß die Spieleindustrie, wie das besser geht. Mein Vorzeige-Remake ist immerhin schon zehn Jahre alt. Es heißt „Resident Evil“. Für das Spiel hat Capcom anno 2002 den Inhalt vom Playstation-Original „Resident Evil“ genommen und auf dem Gamecube komplett runderneuert. Inklusive aufgehübschter Grafik und überraschenden Veränderungen der Abläufe.  

Was ich mag:
Ablauf und Spielfluss zeigen sich überzeugend wie eh und je. Bloß dürfen Besitzer von Xbox 360 und Playstation 3 jetzt Erfolge bzw. Trophäen sammeln – zum Beispiel für ein geglücktes Verstecksspiel unter einer Transportkiste. Nette Dreingabe: die 80er-Jahre-Games „Metal Gear“ und „Metal Gear 2: Solid Snake“ sind mit auf der Disk. Ergibt insgesamt rund 120 Stunden Unterhaltung. 

Und was weniger:
Die Steuerung wirkt etwas unhandlich, und von einer kompletten Sammlung kann keine Rede sein: Es fehlen der erste Teil der Serie; das Remake „The Twin Snakes“ für Gamecube; und „Portable Ops“ für PSP. Eine deutsche Tonspur existiert nicht, bei der Menge an Dialogen ein deutliches Manko. Immerhin sind die Untertitel stimmungsvoll eingedeutscht. 

Fazit
Die „Metal Gear Solid“-Reihe ist und bleibt einzigartig in der Welt der Videospiele. Seit 1999 übertrumpft jeder neue Ableger seine Vorgänger in Sachen Handlung, Spannung und Atmosphäre. Wer die „HD Collection“ nun nicht als komplette Sammlung versteht, sondern vielmehr als halbwegs motivierte Neuauflage dreier großartiger Actionproduktionen, macht einen guten Kauf. Kostet immerhin nur 30 Euro. (Moritz Wanke / rl)

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