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Insel der Grafikfehler: Risen 3 im Test

12. August 2014 Keine Kommentare

Schwer zu erfassen und zu erklären, was mich an Risen 3 so fasziniert. Eigentlich, als Liebhaber toller Softwaretechniken und Freund einer Extraschicht Hochglanzpolitur auf dem Gameplay, müsste ich das Action-Rollenspiel aus Essen sofort in die ewige Verdammnis verbannen. Ganz offen gesagt, habe ich noch selten ein derart unfertiges Spiel auf meiner Xbox 360 gesehen. Und ja, liebe Kritiker, ich spiele die Konsolen-Version. Schon klar, die PC-Version wäre technisch besser. Trotzdem.

Zurück zum Punkt. Also die Grafikengine – meine Güte! Die Kanten flimmern und die Schatten pixeln, und wenn die Bilder nicht rucken dann verschwimmen sie im Zeilenversatz. Manchmal, wenn ich in einem Gebäude die Etage wechsle, kommt die Konsole mit dem Datenstreaming nicht nach und lässt mich ein Augenzwinkern lang zwischen unsichtbaren Wänden wandeln. Am Meer wurde ich Zeuge wie mein Beiboot in der Luft zu schweben begann, weil es dem Auf und Ab des ozeanischen Wellengang nicht folgen wollte; und habe auch nach mehrere Tagen intensiver Beschäftigung immer noch das Gefühl, dass irgendwas mit der Perspektive nicht stimmt. Die Figuren schrumpfen so verflixt schnell, wenn ich die Kamera rotiere. So als ob da irgendwas mit dem FOV/dem Sichtfeld nicht so ganz passt.

Mit dem Echtzeit-Kampfsystem lässt es sich gut überleben. Einfach machen es einem die Schattenkreaturen und anderen Viecher aber nicht.

Mit dem Echtzeit-Kampfsystem lässt es sich gut überleben. Einfach machen es einem die Schattenkreaturen und anderen Viecher aber nicht.

Aber trotz dieser rohen Ecken und noch so manch anderer rauer Kanten mag ich „Risen 3″. Warum und wieso, das steht in meinem Testbericht für T-Online nachzulesen. Hier ein kurzer Auszug:

Das dritte Action-Rollenspiel aus der „Risen“-Reihe macht Schluss mit modischem Piratensetting und anderen umstrittenen Merkmalen von Teil Zwei. Das Entwicklungsteam Piranha Bytes aus Essen vertraut wieder auf traditionelle Qualitäten. Düstere Grafik, spannende Kämpfe und eine erkundenswerte Umwelt voller Abenteuer. Kämpfen, erobern und das eigene Seelenwohl retten können alle Besitzer eines PC, einer PlayStation 3 oder Xbox 360. Müssen halt Grafikfehler und andere Macken tolerieren.

Piranha Bytes´ bis heute hoch geschätzte Debütproduktion „Gothic“ aus dem Jahr 2001 vermochte PC-Abenteurer aufgrund ihrer hübschen Erscheinung, vielfältiger Charakterentwicklung und bemerkenswerter Handlungsfreiheit wochenlang an den Bildschirm zu fesseln. All diese Merkmale sowie auch das mittelalterliche Setting kennzeichnen nun erneut eine Schöpfung der Essener: „Risen 3″. Held der Welt ist eine namenlose Figur, die eigentlich nur zur Krabbenküste segeln und dort Stahlbarts Schatz bergen möchte. Im Rahmen eines Tutorials übt sich die Heldenfigur während einer kleinen Seeschlacht im Schwertkampf und lernt nach der Landung im Dschungel das Handwerk der Monsterjagd.

Die erste Hauptquest ergibt sich aus den Umständen: Verbündete finden. Ergo trabt der Held von dannen, mit einer Verfolgerkamera im Genick und großartigen Heldentaten im Blick. Was immer die Third-Person-Kamera zeigt, wohin auch immer der Held sich bewegt: Es gibt überall etwas zu besprechen, zu kämpfen und zu entdecken. Zwischen Bergen und Seen, Stollen und Dungeons, dem Reich der Toten und dem Wald der Finsternis finden sich mannigfaltige Aufträge und Herausforderungen, die der Spieler annehmen oder ablehnen kann – je nachdem ob er den Faden der Handlung aufnehmen oder seiner eigenen Nase folgen und Entdeckungen machen möchte.

In Sachen Umfang und Ausstattung kann es „Risen 3: Titan Lords“ zwar nicht Schwergewichten wie „Witcher“ oder „Skyrim“ aufnehmen, aber genug zu erkunden und zu tun gibt es allemal. Auf der Krabbeninsel, der Eisenbucht und den drei dazwischen gelagerten Inseln Kila, Taranis und Takarigua verbirgt sich genug Stoff für mindestens vier lange Abende, je nach Spielweise sind etliche Stunden mehr drin.

Was wir mögen
Die wechselnden Tag- und Nachtzyklen unterfüttern das Gameplay mit einer spannenden Dynamik. Sieht hübsch aus, wenn die Sonne untergeht, die Schatten lang und die Farben orange werden. Lob verdient außerdem die tolle Eindeutschung mit motivierten Synchronsprechern.

risen3_pic1

Stellenweise sehen sogar die Konsolenfassungen fast so aus wie dieser Hersteller-Shot, der wohl eher der PC-Version ähneln soll. Wäre da nicht die vielen, teils wirklich grenzwertigen Grafikbugs…

Fazit
Ein klarer Fall für erfahrene Action-Rollenspieler. „Risen 3″ verzichtet weitgehend auf cineastische Bilder und spektakuläre Choreographien. Die Story ergibt sich vielmehr aus hunderten Kämpfen, Dialogen und Quests, die im Zusammenwirken ein vielschichtiges Abenteuer ergeben. Dass die Kulissen hübsch aussehen und die Figuren jedoch wie aus der Puppenkiste, das ist typisch für eine Produktion von Piranha Bytes. Da fügt sich eben nicht immer alles richtig zusammen. Aber man beißt sich durch und wird unterm Strich prima unterhalten.

Soviel dazu. Alles weitere über Bedienung, Quests, Kampfsystem etc. siehe T-Online

P.S.: Bin im Spiel einige Male über das Wort „Schergen“ gestolpert. Kenne nur einen Menschen, der dieses Wort regelmäßig gebraucht: Markus, was hast Du  mit Risen 3 zu schaffen?

P.P.S.: Noch etwas Werbung in eigener Sache, man möge mir verzeihen: Du möchtest statt einer Schatzkarte lieber ein Kartenspiel zur Hand nehmen? Dann lade Dir ANNO DOMINI auf Dein iPhone, Deinen iPod oder das iPad. Code by me, Gamedesign Frank Furtwängler, Publishing Ravensburger Digital. Auf iTunes kaufen, mit Freude puzzeln und in den Tag hinein leben, wissend dass man dem Richy ein gutes Werk getan hat.



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