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Angespielt: FIFA Fussball-WM Brasilien 2014

4. März 2014 Keine Kommentare

Das witzigste an der Pressepremiere von FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 Brasilien? Die Begründung des Produzenten Matthew Prior dafür, dass Electronic Arts das Game nur für PlayStation 3 und Xbox 360 fit macht: „Wir wollen möglichst viele Menschen mit unserem Spiel erreichen. Vor allem dort wo die WM stattfindet. In Brasilien tendiert die Verbreitung von PlayStation 4 und Xbox One aber gegen null“. Ah, daher nur auf Oldiekonsolen. Anschließend sagte Matt auch noch etwas über begrenzte Development-Ressourcen. Aber das fand ich viel weniger witzig. 

 

Sichtbar schön und auch sehr spielbar:
das neue WM-Game.


Aber nochmal zurück auf Anfang. Was bitte treibt mich auf einen Pressetermin mit Fußballthema? Gute Frage, wo ich mir doch sonst eher Gedanken um zu lange Zehennägel mache als um das Schicksal der deutschen Nationalelf bei der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft. Wenn elf Freunde über grünes Gras dribbeln, dann begeistert mich das allerhöchstens beim Public Viewing im Biergarten – oder eben auch wenn es sich um Pixelfiguren handelt, hervorgebracht aus einer Siliziumeinheit. Kann gerne auch ein 6510-Prozessor sein. Vom Ballerspiel (na, wer entdeckt den Wortwitz?) Zaxxon abgesehen war es die Fußball-Simulation International Soccer, die mich Mitte der 80er-Jahre zum Flirt mit dem Commodore-64-Heimcomputer verführte. 

Die Kicker sind alle gleich groß, während sie die
Nationalhymne singen. Beim nächsten Treff frage
ich  die Entwickler, warum das so ist. 


Schon klar, dass die grobpixeligen Backsteinkicker bereits 1985 kein wirklich schöner Anblick waren. Aber dieses Spielgefühl, dieses Tempo, diese Ballwechsel – also das alles hat meinen Körper durchströmt und nie mehr ganz verlassen. Zwar fasse ich moderne Fußballsimulationen wie zum Beispiel FIFA 14 eher aus beruflichem Interesse an und weniger aus Leidenschaft. Aber wenn es sein muss, dann knete ich meine Finger durch.

Neulich musste es mal wieder sein. Am 25. Februar lud Electronic Arts zum ersten Körperkontakt der Presse mit dem offiziellen WM-Game. FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014 Brasilien, ausgerechnet ins Beach38°: Eine Partylocation am Münchener Ostbahnhof, wo man sonst eher Bierchen stürzt und beim Beachvolleyball durch den Sand robbt. Trotzdem hübsches Ambiente. Tolles Wetter und viel Anspielzeit, so dass man ein entspannt essen, trinken, daddeln und draußen an der Sonne das Erlebte mit Kollegen tauschen hätte können. Nur wollte das kaum jemand tun. Überraschend wenige Gäste. Hätte gedacht, so eine Anspielpremiere des offiziellen Fussball-Game lockt alle möglichen Interessenten – nicht nur Fußballfans einiger Videospiel-Magazine. Immerhin mobilisiert jeder neue Ableger aus Electronic Arts FIFA-Reihe weltweit Millionen Menschen. Keineswegs alles Gamer, sondern auch Papa und Sohn und Kumpels und so. Sollte da die Presse nicht Interesse zeigen?

Sei´s drum. Konnte jedenfalls ziemlich viel Zeit mit Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014 verbringen und habe meine Eindrücke für meinen Lieblings-Auftraggeber T-Online zu Papier gebracht. Es folgen nach alter Väter Sitte ein paar Auszüge aus dem Bericht. Wer mehr lesen will, der klicke bitte hier

Auch dieser Shot ist vom Hersteller und übel getürkt:
Diese Perspektive bietet FIFA gar nicht an.

Auszug aus dem Bericht für T-Online: 

Die vielleicht größte Überraschung an der offiziellen Simulation zum Sportereignis des Jahres, der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft: Electronic Arts macht das Game ausschließlich für PlayStation 3 und Xbox 360 fit. Fans mit PC, PlayStation 4, Xbox One und WiiU müssen die Bank drücken. Das Gameplay spiegelt den fehlenden Mut zum Sprung auf aktuelle Highend-Hardware wieder. Bemerkenswerte Neuerungen oder Höhepunkte prägen sich nach dem ersten Probekick mit FIFA Fussball-WM Brasilien 2014 nicht ein. Ein toller Fußballspaß wird´s dennoch. 

 

Wer Böses denkt könnte hinter FIFA Fussball-WM Brasilien 2014 eine simple Spielerweiterung für FIFA 14 vermuten. Tatsächlich sind nach dem Anstoß auf den ersten Blick keine dramatischen Veränderungen aus zu machen. Erst nach einigen Partien stellt sich das Gefühl ein, dass sich das doch irgendwie anders anfühlt: Doch. Ja.  FIFA Fussball-WM Brasilien 2014 zieht das Tempo an. Wenn ein Kicker anläuft oder sich umdreht, dann klappt das schneller und unmittelbarer als bei FIFA 14. Einen weniger runden Eindruck hinterlässt die Ankündigung des Herstellers, man wolle das Spiel mit Einsteiger-Spielmodi für jüngere Fußballfans und Videospiel-Einsteiger öffnen. In der Praxis wirkt die Umsetzung halbherzig. Natürlich tut man sich als Neuankömmling leichter, weil im Hauptmenü sofort ein „Schnelles Spiel“ anwählbar ist. Gut auch, dass einem die vereinfachte Zwei-Tasten-Steuerung nur noch das Passen und Schießen auferlegt und sonst vieles automatisch abläuft. Dennoch: Wer das erste Mal mit einer Sportsimulation aus der FIFA-Reihe in Kontakt kommt, der wird sich im Hauptmenü zwischen den diversen Online- und Offline-Spielmodi, Tabellen und Management-Optionen verlieren. 
 
Aber das Spiel sieht in Bewegung lebendiger
und authentischer aus als auf diesen,
doch sehr „toten“ und „sterilen“ Bildern.

Was ich mag

Die Ausstattung mit 21 Stadien – darunter 12 brasilianischen – und über 7000 Kickern aus 203 Nationalteams ist weltmeisterlich. Zwischen einer Vielzahl von Menüs und Optionen versteckt sich eine Kombination aus Zwei-Tasten-Steuerung, Gameplay-Automatismen und Übungs-Modus, mit denen auch jüngere oder unerfahrene Fußballfans einen Zugang zum Spiel finden können.
 
Was ich nicht mag
Sehr schade, dass sich Electronic Arts um die Produktion von Spielversionen für die neue Konsolen-Generation drückt – und außerdem Ausstattungs-Merkmale kippt, die wir aus anderen FIFA-Spielen bereits kennen. Wie spannend wäre zum Beispiel ein Klassik-Modus mit Partien aus den 70er- und 80er-Jahren.  
 
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Fazit
Zwischen FIFA 14 und FIFA 15 ist immer noch Platz für ein weiteres Fußballspiel – allerdings scheint die Lücke für FIFA Fussball-WM Brasilien 2014 eng zu sein: So lässt sich wohl am ehesten erklären, wieso Electronic Arts das Game zur WM ausschließlich für PlayStation 3 und Xbox 360 vorbereitet. Aber immerhin: Die Stimmung scheint zu stimmen. Außerdem hat das beschleunigte Gameplay genug Pfeffer, damit sich Genrekenner herausgefordert fühlen und Unterschiede zu FIFA 14 aufspüren können. Anstoß übrigens ab dem 17. April.


P.S.: Noch etwas Werbung in eigener Sache, man möge mir verzeihen: Lust auf kreatives Gameplay, das ebenfalls große Gefühle auslöst? Dann lade Dir Anno Domini auf dein iPhone oder iPad. Code by me, Gamedesign by Frank Furtwängler, Publishing bei Ravensburger Digital. 



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